Funktionärsanlass (28. April 2017)

Der diesjährige Funktionärsanlass findet am Fr. 28.04.2017 ab ca. 19:00 Uhr statt.
Der Vorstand ist sehr stolz auf seine zahlreichen und unermüdlichen Funktionäre und Funktionärinnen.
Sie üben eine sehr zentrale und verantwortungsvolle Rolle in der Vereinsführung aus und tragen massgebend zur erfolgreichen Entwicklung des Vereins bei.
Zum Dank und als Wertschätzung der unzählig aufgewendeten Stunden im Auftrag aller Mitglieder lädt der Vorstand gerne persönlich ein.


Bericht aus der Feder des Prächtigen:

Die Leiden der jungen Elisabeth – Funktionäre im Dunkeln

Es war ein regnerischer Freitag. Ein langer Arbeitstag war beinahe zu Ende, als die ersten Funktionäre des knackigsten Vereins des Zürcher Unterlands am Stadelhofen eintrafen. Das Outback war als Heimbasis auserkoren und sogleich in Beschlag genommen worden. Eine Gestalt nach der Anderen trat zu der verschworene Gemeinschaft, welche in der Bahnhof-Passage hellen Tabakrauch in den Nachhimmel steigen liess. Allmählich waren die Funktionäre vollständig beisammen. Noch kein Liter Gerstensaft war getrunken, als der Präsident nach der Rückkehr vom güld`nen Lokus feststellen musste, dass sich die präsidiale Geldbörse entmaterialisiert hatte. Sollte dies der kürzeste Funktionärsanlass der Geschichte werden? Um Tumulte ob der gestrichenen Gratis-Mahlzeit zu vermeiden, ging man gedeckt/getarnt auf die Suche im Outback. Gleich beim ersten befragten Kellner war die gesuchte Brieftasche abgegeben worden. Der gütige Finder war auch so freundlich, den Präsidenten von der Last aller enthaltenen, papierförmigen Zahlungsmittel zu befreien. Doch wie immer im Leben soll man sich nicht über Dinge ärgern, die macht nicht mehr hat, sondern sich an den Dingen freuen, die man hat. Ganz ähnlich wie bei Alens und seinem halben Ei. Vom Schönen geführt, traf schliesslich auch Agnes bei den Gefährten ein. Die Tatsache, dass sie ihren Apéro mit einem „Schnaps“ begann, überzeugte auch die letzten Zweifler, dass es sich hier eindeutig um ein Mitglied der HCB-Familie handelte.

Allmählich hatte sich nun jeder die Kehle befeuchtet und man war bereit für grosse Taten – wusste man doch nicht wo die heutige Reise hinführen sollte. Der Regen setzte wieder ein, als sich eine ansehnliche Truppe von 23 Nasen unter der Führung des Kassiers und des Aktuars auf den Weg in die Nacht machte. Haarscharf entging man der nahegelegenen Burger-Braterei und bestieg gemeinsam die Strassenbahn. Der zwischenzeitlich verschwundene Junge aus Lettland war auch wieder aufgetaucht und so erreichte man bald die finale Haltestelle. Dem eisernen Gefährt entstiegen, stand dort eine orientierungslose, hungrige Meute, verzweifelt um Führung bittend. Eine ältere Dame, die offensichtliche Verwirrtheit in den Blicken bemerkend, eröffnete der Gruppe sogleich: „Di `Blind Chueh` isch döt obä“ *die Strasse hinaus zeigend*. So war das Geheimnis über die Örtlichkeit des gemeinsamen Abendessens also auch gelüftet. Den Wunsch verspürend, das Faustrecht wieder einzuführen, schlenderte man nun also zur „Blinden Kuh“. Die Aufregung stieg merklich, als man im Empfangsbereich sämtliche leuchtenden Gegenstände in den Schliessfächern deponieren musste. In diesem Moment bemerkte Üse – unser Krieger des Lichts – folgerichtig, dass man das Outback am Stadelhofen doch nicht einfach so schutzlos zurücklassen könne und überhaupt, falls der Taschendieb zurückkehren sollte, müsse doch jemand Rache üben. Dieser in sich schlüssigen Argumentation konnte man nicht widersprechen und so schickte man Üse wieder auf in die Nacht, die Ehre des HCB zu verteidigen.

Nachdem man sichergestellt hatte, dass sich kein Vegetarier unter die Funktionäre gemischt hatte, wurden zwei Gruppen mit 8 Personen und eine Gruppe mit 6 Personen gebildet. Geführt vom blinden Service-Personal wurden die einzelnen Gruppen in Form einer Polonaise über das Halbdunkel in die absolute Finsternis geführt und an ihren Tischen platziert. Der nun folgende Bericht entstammt den subjektiven Eindrücken des Autors und beinhaltet folglich lediglich den dazugehörigen Tisch und dessen zugeteilten Gäste, sowie das akustisch erfassbaren Umfeld (d.h. die scheinbar interessante 20-Sekunden Geschichte, kann hier nicht näher behandelt werden). Dem Augenlicht beraubt, waren die Funktionäre nun auf ihre verbliebenen Sinne angewiesen. Manch einer schien froh, sein Gegenüber nicht mehr sehen zu müssen – stehen handballerische Brillanz und Schönheit erfahrungsgemäss oft diametral entgegengesetzt zueinander. War der Geruch zwar geblieben, wurde man doch um eine Beleidigung der Sinne erleichtert. Die bedauernswerte Person, welcher die Obhut unseres Tisches oblag, stellte sich als „Elisabeth“ vor. Aufgrund der ruhigen Gelassenheit, mit der sie auch das fünfte „Elisabeeeth?“ vom Präsidenten ertrug, legte die Schlussfolgerung nahe, dass sie mit Kindern bereits Erfahrung haben musste. Es war ein wenig Zeit vergangen und die Gefährten hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt. Im Eingangsbereich waren bereits die Menus bestellt worden: Es sollte das 3-Gang Menu „Surprise“ sein. Wie es nun aber schien, hatte sich im Schutz der Dunkelheit, der erste Tisch für ein 4-Gang Menu „Surprise“ entschieden. Nach kurzer Rücksprache mit dem Kassier offerierte man nun allen Teilnehmern das 4-Gang Menu – wo doch so freundlich darum gebeten wurde. Das witzige am Menu-Surprise war die treffende Bezeichnung, denn das Servicepersonal durfte nichts über die Zusammensetzung der servierten Speisen verraten. Der Gruss aus der Küche (Spargelcrémesuppe?!) wurde hörbar für geniessbar befunden. Die Salat-Garnitur des darauf folgenden Gangs schien etwas schwieriger zu identifizieren. Um Angelo in seiner Vorstellungskraft etwas zu unterstützen, liess ihn der ganze Tisch an der jeweiligen persönlichen Einschätzung teilhaben. Man konnte sich schliesslich auf Känguru-Nachgeburt einigen. Zum Zeitpunkt des Hauptgangs (gefüllte Pouletbrust?!) waren Angelos Schienbeine schon hörbar lädiert und manch einer schien der Paranoia nahe. Zitat Adi: „Ich schwör mich berührt immer irgendöpis ade Schultere!“. Grauenvolle Dinge schienen in der Finsternis von statten zu gehen. Thomas „Bollä“ Bollmann schien diesbezüglich gänzlich unbeeindruckt. Selbst bei wiederholter akustischer Nachfrage („Schööönää Bolläääää“) war kein Lebenszeichen hörbar. Auch in jener düsteren Stunde vergassen die Söhne und Töchter Bülachs ihre Kinderstube nicht: Als eine Gruppe weiblicher Gäste von Elisabeth aus dem Lokal geführt wurde (mutmasslich), hörte man es klar und deutlich vom Tisch: „Tschüss drü Ladies!“. Eine umgestürzte Weinflasche später (Elisabeth: „Da lauft öper ume!“) ging es dem Dessert zu und der Aufenthalt in der blinden Kuh neigte sich dem Ende zu. Die Hände auf der Schulter der Vorderleute stolperte man aus der Dunkelheit zurück ins Licht.

Die Funktionäre packten ihre sieben Sachen zusammen und machten sich wieder auf in die Nacht. Sie hatten Üse, den Ritter des Lichts, nicht vergessen. Frohen Mutes kehrte man zum Outback zurück um den eben Erwähnten in heiterer Runde wieder zu finden. Die ersten Gefährten hatten sich bereits auf die Rückreise gemacht, doch ein harter Kern verblieb noch eine Weile in der Bar und gar manch grünes Wölkchen ward in der Passage gesichtet. Ein letztes Häufchen der Gefährten machte sich schliesslich auf, die Heitere im Mascotte aufzusuchen und den Abend ausklingen zu lassen. Die feucht-fröhliche After-Sause nahm ihren Lauf. Ein würdiger Abschluss eines denkwürdigen Abends wurde gefeiert. Es wurde die Tanzfläche gestürmt und „Der Herr der fliegenden Scheibe“ verzückte die Umstehenden mit seinen Luftgitarren-Solos. Es war schon nicht mehr spät am Abend, sondern früh morgens, als die letzten Bülacher ihren Weg auf den Nachtzug fanden und heimwärts entschwanden.

Viele Fragen werden unbeantwortet bleiben: Warum scheiterte der Prächtige wiederholt an der Bierbeschaffung und kehrte stattdessen mit Wasser zurück („Du musches so gseh: Ich han au keis Bier!“)? Wo war die Heitere abgeblieben? Pendelt Bollä noch heute Nacht für Nacht, schlafend im Zug durch den Kanton Zürich? Spätestens am nächsten Funktionärsausflug werden wir mehr erfahren.

In diesem Sinne: Schöönä Bollä!

Der Prächtige

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